Termin

SAUVAGE in der Queerfilmnacht

Montag, 26.11.2018 21:15

Kein anderer Film war in diesem LSF-Jahr so schnell ausverkauft.

Er ist einer, der seine Freier küsst. Einer, der es liebt, ein Stricher zu sein. Einer, der eben ein Stück zu viel von sich gibt. Der Protagonist von „Sauvage“ (Félix Maritaud) ist echt und wahr. Als Teil des Straßburger Strichs, steht er wie seine Kollegen ‚in den Parks‘ der Stadt. Nachts streift er durch die Clubs, auf der Suche nach dem nächsten Grashalm Glück. Er genießt den Sex, spürt das Leben durch die Drogen, rennt mit Gewalt an die Mauern, die sich ihm in den Weg stellen. Gefühle nur zu spielen, fällt ihm im Traum nicht ein. Zu aufrichtig und tief geht die Nähe, die er sucht. Ein Drifter, unverstellt und unschuldig.
Drei Jahre arbeitete Camille Vidal-Naquet mit Sexarbeitern in Paris, bevor er sich, Agnes Vardas’ VAGABOUND im Hinterkopf, an sein Filmdebüt macht. Gnadenlos ehrlich, aber ohne jede Wertung, schickt der Regisseur einen rauen Félix Maritaud in dieses intime Porträt. Im letzten Jahr konnten wir den Darsteller schon in 120 BPM (LSF 2017) anhimmeln. Jetzt taumelt er als namenloser Protagonist mit Dreck unter den Nägeln durch die Leinwandstadt. Sein voller Körpereinsatz wurde an der Croisette mit Preisen überhäuft. Völlig zu Recht, wie wir finden. Ein Muss!

SAUVAGE
Regie: Camille Vidal-Naquet (F, 2018, 97’)
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Montag, 26. November 2018
21:15 Uhr
im Metropolis-Kino


Filmbild SAUVAGE